Metaphern finden
Metaphern bauen Brücken zum Verständnis von Informationen. Metaphérein kommt aus dem Griechischen und bedeutet etwas zu transferieren, etwas von einem Ort zum anderen zu tragen. Indem als Metapher ein bekanntes Objekt verwendet wird, können die Empfänger der Information, ihr Wissen zu diesem Objekt auf die neu vermittelte Informationen übertragen. Zum Beispiel eine Metapher für den Zustand eines Teams:„In diesem Orchester will jeder Dirigent sein.“
Für Metaphern sind unterschiedliche Materialien möglich. Je nachdem für welchen Zweck sie benötigt werden. Metaphern können
- natürliche Gegenstände sein (z.B. Berg, Feuer, Regen),
- künstliche Gegenstände (z.B. Brücke, Kette, Garten),
- Aktivitäten (z.B. jonglieren, rennen, schwitzen),
- Konzepte (z.B. Orchester, Eltern, Zwillinge).
Vorteile von Metaphern: vielfältig verwendbar, erleichtern das Verständnis der Information, ermöglichen sichtbare und greifbare Kommunikation, sehr gut erinnerbar
Nachteile von Metaphern: immer gleiche Metaphern ermüden, Metaphern können manipulieren und durch ihre Stärke leicht ablenken
Diese Nachteile vermeidet man mit ein wenig Mühe + ein wenig Kreativität:
- Vera F. Birkenbihl regt A-Z-Metaphern–Listen an. Sie haben ein Thema, ein Problem, für das Sie eine Metapher finden wollen. Schreiben Sie auf eine Liste die Buchstaben A-Z. Versuchen Sie für (fast) jeden Buchstaben eine für sie geeignete Metapher mit den Anfangsbuchstaben von A bis Z zu finden. Sie geraten dadurch in einen flow, der Ihre Kreativität befreit. Außerdem beleuchtet diese Vielzahl an Metaphern verschiedene/neue Seiten Ihres Themas/Problems.
- Lassen Sie sich inspirieren I: Suchen Sie nach Bildern, die Sie verwenden dürfen. Mit den visuellen Anreizen durch diese Funde sind Sie inspiriert, neue Suchworte/Metaphern zu wählen, bis Sie Ihre sehr spezielle Metapher(n) gefunden haben.
- Lassen Sie sich inspirieren II: Durch die „bildhaften Vergleiche, Metaphern, Parabeln, Gleichnisse, Fabeln und sprachliche Bilder“ in der Online-Metaphern-Datenbank von Matthias Pöhm.
- Sammeln Sie ungewöhnliche Metaphern, die Ihnen über den Weg laufen.
Mit Metaphern beflügeln Sie Ihre Texte, Flipcharts, Präsentationen, Wissenslandkarten,… denn “The metaphor is perhaps one of man’s most fruitful potentialities. Its efficacy verges on magic, and it seems a tool for creation which God forgot inside one of His creatures when He made him.”—Jos Ortega y Gasset
Quellen:
Martin J. Eppler, und Remo A. Burkhard (2007) „Visual representations in knowledge management: framework and cases“ von in: Journal of Knowledge Management, Vol. 11, Nr. 4, Seiten 112 – 122.
Vera F. Birkenbihl (2008) „ Mehr intelligente Kopf-Spiele“ mvg Verlag
„The Magic of Metaphor“ von Colleen Jones, UX matters, 20. Oktober 2008
Foto: Von Michal Zacharzewski aus SXC

